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Franko Zé Eppelinho
Mirabell– eine kleine Geschichte von großem Fußball
für Raimar (1962 – 1982), mit dem wir das
„Pfeifferle“
schon längst gewonnen hätten
Um die Geschichte des Fußball-Clubs Athletic Mirabell 1989 n.e.V.
zu erzählen, muss man schon ein wenig weiter ausholen als nur
ein Paar Sonntage mit an das „Training“ anschließenden
Räuschen – sofern man die wahre, die einzigartige
Geschichte hören möchte. Auch weiter als das im
Vereinswappen platzierte und im vollständigen Namen
unverzichtbare Jahr 1989. Zwar war dies höchstwahrscheinlich das
Gründungsjahr und wenn uns nüchternere Chronisten nicht
korrigieren auch das Jahr der ersten Teilnahme am legendären
„Pfeifferle“ – einem für diesen Club ungeheuer
bedeutsamen Hobbykickturnier in den Grunbacher Nordhügeln.
Die wahre und damit die vollständige Geschichte fängt indes
sehr viel früher an. Denn wie jede Geschichte hat auch diese
ihre ...
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Vorgeschichte
Begleiten Sie mich in den Sommer 1974. Die Fußballer im Fernsehen und
selbst unsere Väter hatten fette Koteletten und teilweise
schulterlanges Haar. Deutschland wurde zum ersten Mal Weltmeister.
Natürlich weiß ich, dass das nicht richtig ist. Aber für
uns Kinder der Sechziger Jahre war das meiste, was in den Siebzigern
passierte „das erste Mal“. Von dem Tag des Sieges über
Holland an spielte ich jeden Tag meines Lebens Fußball.
Natürlich ist auch dies gelogen, aber einige Jahre lang kam es
verdammt nah an die Wahrheit. Mein bester Freund war ein Junge aus
der Nachbarschaft, ein Jahr älter als ich. Im Gegensatz zu allen
anderen Jungs, die wir kannten, fingen wir mit 11 bzw. 12 Jahren an,
uns für Bands wie Led Zeppelin oder die frühen Pink Floyd
zu interessieren. Wir hatten uns früher als die Anderen die
Haare wachsen lassen und hielten uns beide für unbestechlich
schlau. Ich hatte nie mehr einen Freund, den ich so liebte wie Raimar
V. Neben dem frühen Musikexperten war er ein begnadeter
Tischtennisspieler und ein ganz vorzüglicher Philosoph.
Von dem Tag des Endspielssiegs 1974 an waren wir jeden Tag entweder auf
dem Bolzplatz (dem „Bolze“) bei der Realschule oder
hinter unserem Haus auf der leicht abschüssigen Wiese bei den
Mirabellenbäumen. Nicht dass wir davor nicht auch schon dort
gekickt hätten, aber nun gab es nichts anderes mehr, was für
sehr lange Zeit in irgendeiner Form die Bedeutung von stundenlangem
Fußballspielen in jeder erdenklichen Formation hätte
annehmen können. Raimar und ich wollten ständig spielen und
da wir nicht immer genügend Leute hatten, um auf dem Bolze einen
richtigen Kick auf zwei Tore zu Stande zu bringen, ließen wir
„die Kleinen“ mitspielen. Die Kleinen, das waren vor
allen Anderen Raimars kleiner Bruder mit den großen blonden
Locken, Lennard, und sein bester Freund, ein damals ziemlich
schüchterner Kerl mit einem unwiderstehlichen Lächeln
namens Ralf. Sie durften dann auch schon mal ihre Kumpels mitbringen,
damit wir mehr Leute auf der Mirabellenwiese waren und so spielten
dort auch inzwischen verlorene Söhne wie Markus K., Oli und Didi
H., Achim R. oder Wieland K. Lennard V. und Ralf L. waren gerade mal
vielleicht acht Jahre alt und – man stelle sich vor –
Lenni wollte damals unbedingt Tormann werden. Seinen schwarzen
Torwartdress mit den spärlichen weißen Applikationen zog
er wohl nicht einmal zum Schlafen aus. Lenni und Lotsche (unter
diesen Namen sollten sie später in unsere Fußballgeschichte
und auch in diverse andere unglaubliche Geschichten aus dem Tal
eingehen) gingen also durch eine überaus harte Schule. Jeden Tag
waren sie uns viel älteren und größeren Jungs
ausgesetzt. Nun, ich enthalte mich eines Kommentars darüber, wie
dies ihre Lebenswege beeinflusst haben mag. Aber was das
Fußballerische anbelangt, sieht man die frühe
Mirabellenschule doch in all ihrer vielseitigen Ausprägung: Aus
Lenni wurde „El Filigrano“, einem der delikatesten
Ballzauberer, der je das Trikot dieses edlen Gestüts
überstreifen durfte und aus Lotsche „La Maquína“,
der unerbittliche, nie aufgebende Offensivverteidiger alter Schule.
Einer, der in unzähligen Schlachten bewies, dass man sich auf
ihn immer verlassen kann, wenn es darauf ankommt.
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1989
Was sonst alles aus uns geworden ist, hatte im Frühjahr 1989 keine
Bedeutung. Es ist mir nicht einmal völlig klar, ob es überhaupt
dieses Jahr war, indem Mirabell gegründet wurde. Aber als Dirk
W., Lennard und ich vor zwei Jahren zusammen saßen, um ein
Vereinswappen für die neuen Trikots zu besprechen, wollten wir
darin ein Gründungsjahr haben. Wir kamen überein, dass es
1989 gewesen sein muss, als Lenni, Lotsche und ich bei mir im Garten
die ersten Sonnenstrahlen des Jahres mit ein oder zwei Bier
begrüßten
und anfingen, nostalgisch verklärt auf die Mirabellenwiese zu
blicken. Die „Kleinen“ waren inzwischen genauso
„groß“
wie ich und wir drei Jungs aus unserer Straße waren trotz des
Altersunterschieds und der verschiedenen Lebensläufe immer
Freunde geblieben. Die unsterbliche Liebe zum VfB Stuttgart, die
gemeinsamen Vorlieben für kühles Bier und heiße,
bisweilen unglaubliche Geschichten führten uns früher oder
später immer wieder zusammen, egal wo wir uns sonst
herumgetrieben haben.
Uns war klar, dass wir etwas erschaffen mussten, in dem der
Mirabellengeist auferstehen konnte. In unserem Ort gibt es dieses
besagte Hobbyturnier, das „Pfeifferle“. Es wird jährlich
im Sommer auf einem sehr schön gelegenen, aber übel
holprigen Platz in den Nordhügeln ausgetragen. Veranstalter ist
der CVJM Grunbach, eine Glaubensgemeinschaft, von der später
noch verstärkt die Rede sein wird. Die Idee, ein Team zu
gründen, welches am „Pfeifferle“ teilnimmt,
beflügelte uns so sehr, dass wir noch am selben Tag Kontakt zu
möglichen Mitstreitern aufnahmen. Ein Name für das Team war
angesichts des Szenarios, vor welchem wir saßen, schnell
gefunden: wir waren jetzt der F.C. Mirabell.
Unser erstes Team, das auf dem „Pfeifferle“ spielte, war eine
recht bunt zusammengewürfelte Mischung. Als Torwächter
hatten wir Achim R. vorgesehen, aber so viel ich weiß ging dann
der als Verteidiger aufgebotene Wieland K. in die Kiste, da Achim
nicht konnte. In den ersten Jahren waren diese beiden abwechselnd
unsere Schlussmänner. Auf dem Feld spielten neben Lotsche, Lenni
und mir Lars L., Peter M., Markus K. (wer fehlt hier noch???) und
eine ganze Reihe von Leuten, die ich aus Stuttgart kannte, wie Ralf
P., Ricki M. oder Mike S. Dies waren unsere „Einkäufe“,
da wir damals Probleme hatten, eine schlagkräftige Truppe
zusammen zu bekommen. Im Gemeindeblatt wurden wir als „hochgewettete
Neuformation“ bezeichnet, nachdem wir uns in der Vorrunde mit
sage und schreibe 17:1 Toren als Gruppensieger qualifiziert hatten.
Danach sollte ein disaströser Samstag Abend bei mir im Garten
folgen, der uns am Finaltag denkbar schlecht aussehen ließ und
aus dem wir auch in den Folgejahren nicht immer die richtigen
Schlüsse ziehen konnten.
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Die Besessenheit
Das„Pfeifferle“ entwickelte sich in unseren Köpfen zu
einer für Außenstehende nur schwer nachvollziehbaren
Obsession. Vor allem die Schlachten gegen den CVJM Grunbach, der
immer mit merkwürdig unschristlichen Bandagen gegen uns antrat,
und später die Rivalität mit Zapzarap, die etwas von dem
Verhältnis zwischen den (früher!) übermächtigen
Bayern und dem wunderbaren, dem einzig wahren Club, dem VfB, zu haben
schien.
Bei manch einem der Urmirabeller
führten diverse Auftritte des CVJM zu regelrechtem Christenhass.
Es ist auch ziemlich schwer nachvollziehbar, weshalb ausgerechnet
manche der Gebetsbrüder in der Lage sind, ohne Ball in der Nähe
einen Ellbogen auszufahren oder trotz Entschuldigung nach einem
Allerweltsfoul verbal völlig zu kollabieren. Gegen
Zapzarap standen wir 1997 zum ersten Mal im Endspiel und sie haben
uns völlig erschöpfte Altherrenmannschaft mit 3:0
regelrecht vorgeführt. Eigentlich hatten wir nie was gegen die,
eher sogar Anerkennung für ihre unbestreitbar hohe Spielkultur.
Aber leider gab es immer mal wieder von einzelnen Zaps Bemerkungen in
die Richtung, dass wir bloß blöde Holzer wären.
Nachdem ihr Spielführer dann aber an einem der letzten
„Pfeifferle“ einem Gegenspieler gegenüber selbst
tätlich wurde, war bei einigen von uns der Ofen aus. Der
Verbalkrieg war eröffnet und überflüssigerweise wurde
mir auch noch in die tiefste Wunde meines ohnehin verkorksten Lebens
gestochen: „Mit dir spreche ich erst, wenn du das Pfeifferle
gewonnen hast.“ Es ist verdammt hart, damit klar zu kommen,
dass dieser gottähnliche Fußballspieler wohl niemals mit
mir sprechen wird. Inzwischen ist das jedoch alles Schnee von
gestern, da Zapzarap uns sogar für diese Wintersaison zum
gemeinsamen Training in ihrer Halle eingeladen hat. Wofür ihnen
an dieser Stelle einmal ausdrücklich Dank und Respekt
ausgesprochen werden soll.
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Chronologisches Allerlei
In den frühen Jahren des „Pfeifferles“ hatten wir
eigentlich kein festes Team. Doch nach und nach rückten Spieler
in den Kader, auf die man sich in einem so bedeutenden und hart
umkämpften Turnier wirklich verlassen konnte. Dirk W., Ralf W.
und Volker Sch. gehörten bald zum Stammpersonal, wobei Dirk
durch seinen Transfer nach Nürnberg und schließlich durch
sein bedauerliches, gesundheitlich bedingtes Karriereende nach
einigen sensationellen Turnieren nicht mehr auflaufen konnte. Aus den
Restkadern vergangener Mannschaften wie den „Kaiserlichen“
schlossen sich Größen wie Bernd und Jochen K. sowie Achim
und Andi R. den Mirabellern an. Vor allem Jochen K. sollte mit seiner
Vielseitigkeit, seiner Zuverlässigkeit und seiner schier
unbändigen Willenskraft zu einem der wertvollsten Spieler
werden, die diesem Verein nun schon über Jahre die Stange
halten. Dieser Umstand ist bei „El doctor“ umso
bemerkenswerter, da er mittlerweile schon viele Jahre in Zürich
bei Genhoppers unter Vertrag steht und er es sich dennoch durch eine
Sonderklausel nie nehmen ließ, an den großen Turnieren
wie in Grunbach oder in Lignano teilzunehmen.
Andere Spieler, die in den frühen Jahren das Team komplettierten wie
der Paradiesvogel Winky, zum Teil aber auch wesentlich verstärkten
wie der Stuttgarter Charles, spielten manchmal nur für ein
Turnier und von daher seht es mir bitte nach, wenn ich sie hier nicht
alle erwähnen kann. Den denkwürdigsten Schritt zur
Festigung einer Turniermannschaft, aber auch zur Schaffung des
Mirabellenfußballs als fortwährende Institution machte
Lennard irgendwann Anfang, eher Mitte der Neunziger mit seinem
berühmten Nick-Hornby-Rundbrief. Er forderte mit einem Schreiben
an alle möglichen Leute, die er kannte oder von denen er
Adressen einholte, dazu auf, sonntags um 11 auf dem Sportplatz
Buchklinge in Grunbach zu kicken und wenn möglich danach
irgendetwas aus der Bandbreite zwischen Temperatur des gerade
getrunkenen Bieres und des ethischen Konfliktpotentials der
Sterbehilfe zu diskutieren.
Aus diesem sonntäglichen Kick ist trotz aller Höhen und Tiefen
bezüglich der Teilnehmerzahl eine insgesamt dynamische
Angelegenheit entstanden, die nicht nur einige denkwürdige
Weihnachtsfeiern und Grillfeste als überaus erfreuliche
Nebenprodukte, sondern auch eine in den letzten Jahren trotz unseres
rasanten Alterungsprozesses sehr schlagkräftige
Turniermannschaft hervorgebracht hat. Letzteres konnten unlängst
das „Jedermann-Turnier“ in Grunbach, das internationale
Turnier in Lignano und auch die wachsende Konstanz der letzten Jahre
auf dem „Pfeifferle“ belegen.
Spieler, die mittlerweile über viele Jahre hinweg zum Turnierkader
gehören wie das Laufwunder Ede H., der elegante Oli H. oder der
furchteinflößend zweikampfstarke Axel Sch. sind über
unser Sonntagstraining dazu gestoßen. Ebenso Frank K., Uli B.,
Andi Da. oder Christian M., die nicht mehr oder nur sehr sporadisch
mitspielen. Der schlitzohrige, aber leider etwas zu wenig konstante
Stürmer Jochen M. und der inzwischen nicht mehr aus dem Team
wegzudenkende Ramon W. im Tor spielten und prägten durch ihre
unnachahmliche Art viele Turniere für diesen Club.
Das Team, welches sich zuletzt immer mehr herausgebildet hatte, wurde in
den letzten Jahren immens verstärkt durch einen Neuzugang aus
Rostock: Danilo N. Seit Dani in der zentralen Defensivposition
spielt, tritt die Mannschaft sehr viel gefestigter und
selbstbewusster auf. Wie wichtig der zweite Neuzugang
ist, zeigte sich als er auf dem letzten „Pfeifferle“
verletzt die Zwischenrunde nicht mitspielen konnte. Trotz
Muskelfaserriss spielte er im Finale wieder für sein Team und
sorgte selbst dann noch für Ordnung und Gefahr im Spiel: Jörg B.
Auch mit einem technisch brillianten neuen Stürmer konnten wir
zuletzt aufwarten: Carsten G. Auch wenn er selbst auf Grund seiner
mangelnden Torausbeute noch unzufrieden war, fand er im Team sofort
Anerkennung durch seine exzellente Ballführung und seine
brandgefährlichen Vorstöße. Unser Urgestein im
Angriff, Volker, scheint endlich eine optimale Ergänzung
gefunden zu haben, wobei er selbst mit den Jahren immer besser zu
werden scheint: mit 7 unserer 11 beim letzten „Pfeifferle“
erzielten Tore konnte er die Affen am Spielfeldrand zum Schweigen
bringen.
Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die einzigartige Karriere von
„El
Tren“ Larsi, der einst als junger Himmelsstürmer auszog,
der Welt das Fürchten zu lehren, dann jedoch auf den Rat eines
guten Freundes hörte und sich zum Defensivmann fürs Grobe
umfunktionieren ließ. Die sagenhafte Mär erinnert
irgendwie an Good Old „Jolly“ Sverisson –
allerdings mit dem bedeutsamen Unterschied, dass man nicht weiß,
was aus dem eigentlich geworden ist, während Larsi nach wie vor
läuft und läuft und läuft ...
Was bleibt über mich zu sagen? Ich bin der älteste Spieler und
Rekordspieler der Turniermannschaft. Mit den Jahren bin ich etwas
ruhiger geworden, aber es ist schon unglaublich, was für Mist
ich schon auf dem Platz herumgebrüllt habe. In Ermangelung
filigraner Technik fand ich seit jeher nur über den Kampf zum
Spiel, leider hatte ich dabei zu oft mit mir selbst zu kämpfen.
Mit Lotsche oder dem bärenstarken, absolut verlässlichen
und stets vorbildlich auftretenden Ralf W. bildete ich jedoch so gut
wie immer das Gerüst der Defensivabteilung und es gab eigentlich
keine Mannschaft, der es wirklich leicht gefallen wäre, gegen
uns zu treffen. Na ja, vielleicht eine ...
Das liegt allerdings auch an dem Phänomen zwischen unseren Pfosten.
„Ramme“ ist der Albtraum eines jeden Stürmers, da er
in der Lage ist mit drei Bier im Kopf noch die unmöglichsten
Dinger wegzufischen. Vorausgesetzt er hat sich zuvor richtig warm
gegrätscht.
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Eine Macht – auch außerhalb des
Stadions
Nicht nur auf dem Platz, sondern auch in verschiedenen Wirtschaften konnte
sich Mirabell einen großen Namen machen. Weihnachtsfeiern der
Mirabeller wurden in den vergangenen Jahren zu unglaublichen
Veranstaltungen, welche nicht nur den beteiligten Spielern, sondern
auch diversen Gastronomen unvergessen bleiben werden. Unerreichbar
sensationell bleibt die erste Weihnachtsfeier im legendären
Wirtshaus Lenz in Beutelsbach. Damals wurde schon unser spezielles
Wichteln eingeführt, bei welchem die dargebrachten Geschenke in
erster Linie einen Zweck erfüllen sollen: durch ihre
Geschmacklosigkeit oder Banalität oder Cheapness oder aber auch
einzigartige Schönheit die Anwesenden und den Beschenkten zu
amüsieren. Auch der friedensstiftende Sinn von Weihnachten kommt
immer wieder zum Tragen. So wurden stark miteinander
kommunikationsgestörte Spieler von den guten Seelen des Vereins
dazu auserkoren, die Moderation des Wichtelns zu übernehmen und
siehe da: es ward schön und friedlich und mindestens einen Abend
hatten sie richtig Spaß miteinander, oder nicht „Milli“?
Seit diesem denkwürdigen Abend wurde auch vieles offiziell, was es
vorher gar nicht gab, z.B. ist Volker seither unser Kassenwart und
Peter H. Präsi. Da Peter jedoch als Vater kaum noch Zeit findet,
sich seinem Amt zu widmen, trat er mittlerweile zurück.
Kommissarisch bekleidet nun Lennard präsidiale Würden und
er sollte dies auch von der Weihnachtsfeier bestätigt bekommen.
Nicht bloß, dass die Weihnachtsfeier von Anfang an
beschlusskräftigende Wirkung hatte, auch sorgte unser
Mannschaftsarzt Dr. X gleich bei der Urfeier für Sportmedizin,
die man ja wie ein früherer amerikanischer Präsident nicht
zu inhalieren braucht. Da wir während der Saison niemals zu
Doping greifen würden, genehmigen sich traditionell auch eiserne
Abstinenzler alljährlich zu Weihnachten eine Ausnahme. Die
teilweise haarsträubenden Auswirkungen an jenem Abend bei
Kompletteinräucherung der Wirtschaft sorgten noch lange für
Geprächsstoff – wohl nicht nur unter uns!
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Fragen, die nach Beantwortung schreien
Wie kommt es eigentlich zu dem komischen Namen „Athletic
Mirabell“?
Lenni und Frank haben vor einigen Jahren in einem Billig-Jeansladen einen
kompletten Satz blaue Trikots mit Hosen für sage und schreibe
12,90 DM das Stück gekauft. Auf den T-Shirts sowie auf den Hosen
war eine rote Aufschrift des Herstellers „Athletic“. Die
Trikots sahen aus wie Schlafanzüge und wurden nach ein, zwei
Turnieren wieder ausgemustert. Die Idee, dass wir unseren
Vereinsnamen – den wir nur ein wenig in Anlehnung an den
legendären baskischen Club aus Bilbao umzuändern brauchten
– auf der Brust und am Oberschenkel tragen würden, gefiel
uns so gut, dass wir uns seither „Athletic Mirabell“
nennen. Unserem athletischen mit wunderbarer
(„mirabelliöser“)
Technik gepaartem Stil (auf dem Platz und auch daneben ...)
entspricht er obendrein auch!
Unser vollständige Name allerdings lautet F.C. Athletic Mirabell von
1989 n.e.V.
Wieso habt ihr noch nie etwas gewonnen?
Weil der Spieler mit der größten Klappe
in der schwärzesten Stunde seines Lebens im entscheidenden
Qualifikationsspiel den Ball im Strafraum mit der Hand wegschlug. Nur
mit großer Mühe konnte er in einer langen Nacht des
alkoholischen Trostes von Volker dazu überredet werden, jemals
wieder Fußball zu spielen.
Was hat es mit der Legende um den „großen
Gott” und die „kleinen Mirabeller” auf sich?
(Diese Frage beantwortete Lennard.)
Wieder mal der Spieler mit der größten Klappe
hat als Geehrter - meines
Wissens zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte des Pfeifferle - bei
der Siegerehrung 1992 oder 93 das Wort ergriffen. Er nahm dem überraschten
CVJM-Vorsitzenden kurzerhand das Mikrophon aus der Hand und sprach neben ein
paar anderen Belanglosigkeiten die unvergesslichen Worte: „Gott ist
groß und wir sind klein ich fürchte, das wird immer so sein.”
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