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Franko Zé Eppelinho
Der Höhepunkt
Nach 16 Jahren Teilnahme und zahllosen guten aber letztlich
vergeblichen Bemühungen um den Titelgewinn beim weltbedeutendsten
Hobbyfußballturnier in Grunbach ist es unserer durchschnittlich stramm
auf die 40 zugehenden Truppe tatsächlich gelungen, das Pfeifferle 2006
(gegen Teams, die zum Teil unsere Kinder sein könnten) zu gewinnen!
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Der Reihe nach:
Der Autor dieser Zeilen hatte zwischenzeitlich seine
Fußballschuhe an den Nagel gehängt, als er mit
ungefähr 41 einzusehen begann, dass es ihm wohl nicht mehr
gelingen würde, seinen Lebenstraum vom Triumph auf dem Pfeifferle
zu verwirklichen, bevor er 40 wird. Dieses Jahr im Vorfeld des Turniers erreichten ihn dann diverse Aufforderungen alter Mitstreiter,
diese seltsame Erkenntnis noch einmal grundsätzlich zu überdenken, schließlich sei er doch keine Memme.
Das konnte und wollte er nicht so einfach auf sich sitzen lassen. Auch hieß es, man sei zu wenig Personal, was im Nachhinein betrachtet
eindeutig als Finte gewertet werden muss, da am zweiten Turniertag eine doppelt besetzte Wechselbank am Spielfeldrand saß.
Dass wir am ersten Turniertag gute Ergebnisse erzielten und locker in
die Zwischenrunde am Sonntag einzogen, bedarf keiner weiteren
Einlassung, da dies eigentlich immer so war. Bemerkenswert ist wohl,
dass Georg sehr viele Tore schoss und Lotsche beängstigend viel
rannte. Beide vermissten wir am zweiten Spieltag auf Grund
familiärer Verpflichtungen bzw. wegen Verletzung. Außerdem
sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass Methusalem Eppel von
einer während ihrer Spiele Radler trinkenden Horde Jugendlicher
als „Reinhold Messner“ beschimpft wurde, woraufhin dieser nur schwerlich davon abgehalten werden konnte, sein Schnellfeuergewehr
aus dem Wagen zu holen. Das Unheil konnte jedoch nach eindringlicher Aufforderung an die ahnungslosen Kinder, doch etwas mehr Toleranz
gegenüber bekanntermaßen Geisteskranken zu gewähren, gerade noch einmal abgewendet werden.
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Am Sonntag schließlich Sommermärchen Teil zwei nach der
Fußball-WM! Ein einziges Gegentor vom Felde während des
gesamten Turniers, ein erstmaliger und auch verdienter, wenn auch
knapper Sieg gegen unsere alten Rivalen von Zapzarap, der Einzug ins
Finale gegen den Titelverteidiger (die Remstalbomber) – das alles wären ja auch schon nette Erfolgsmeldungen gewesen, aber der Sieg
ist ein fast schon unmöglicher und für manche unsere Kontrahenten wohl unerträglicher Triumph nach 16 Jahren Teilnahme
bei ständig jünger werdender Konkurrenz. Gegner, die häufig besser Fußball spielen können.
Wir jedenfalls trainieren schon lange nicht mehr und stehen kurz vor der Frührente! Wenn man aber auf dem Feld das Heulen bei jeder
Berührung anfängt (Hallo! Fußball ist auch ein Kontaktsport!) oder sich neben dem Feld voll laufen lässt, weil man ja so toll ist,
dass man in der Hitze auch besoffen spielen kann, dann ... ist das halt ein ganz anderer Unterschied (wie man in Gaildorf zu sagen pflegt :-))!
Das Athletic-Team 06 ist nämlich – mit Verlaub – eine heroische
Mannschaft gewesen. Ramon blieb bis zum letzten Moment ein Koloss in
seinem Kasten und wurde wie gesagt nur ein einziges Mal mit einem
wundervollen und unhaltbaren Fernschuss im Endspiel überwunden.
Also, bitte noch einmal zum auf der Zunge zergehen lassen: wir gingen
ohne motherfucking Gegentreffer in dieses Endspiel!
Die Defensivreihen mit Danilo/Pit, Joasi/Lars sowie Jörg/Eppelinho
waren diesmal ja auch so was von ausgewogen... Solid und sehr
konsequent nach hinten, dabei aber immer gefährlich im Aufbau
oder mit eigenen Vorstößen nach vorne. Pit und Joasi
erwiesen sich als dermaßen starke Neuzugänge, dass man wohl
mal laut fragen darf, weshalb sie nicht schon früher
„berufen“
wurden. Beachtlich war auch die herausragende Turnierleistung von
Jörg, der mit seinem Traumtor aus der zweiten Reihe gegen
Zapzarap endgültig zur unsterblichen Mirabelle wurde. Nach vorne
agierten Volker/Ede und Lennard/Jochen M. bissig und teilweise sogar lauffreudig, bisweilen genial, in jedem Falle aber „original“.
Vor allem Lennard spielte seinen gekonnten Ball diesmal wirklich souverän und konnte so vielen heiklen Situationen mit klugen Pässen
und geschicktem Verzögern seinen Stempel aufdrücken.
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Im Endspiel dann (siehe auch der nette Spielbericht von Friedrich Rau
im Zentralorgan Remshalden) waren wir in der Verlängerung so
platt, dass kaum noch etwas zu gehen schien. Als es zum
Neunmeterschießen kam, stieg die Spannung ins Unermessliche. Die
ersten fünf Schützen, die sich gemeldet hatten waren
Lennard, Joasi, Jörg, Dani und Jochen. Einer vergab, weil er es
wohl zu genau machen wollte, alle anderen verwandelten kalt bis ans
Herz. Zum Glück hielt auch Ramme einen Schuss unserer Gegner. Es
kam zum Showdown – flop oder top – das heißt: je eine Runde und wer zuerst vergibt, hat verschissen. Einige von uns,
die noch übrig waren, drehten gleich ab. Mehrere Blicke richteten sich auf mich und als ich mich umsah, war da auch niemand, der sich
anschickte, meine Stelle einzunehmen.
Also ging ich zu diesem Punkt, vive la Trance! Man kann sich echt
nicht vorstellen, was das für eine Anspannung ist, wenn man es nicht
erlebt hat. Ich werde jedenfalls nicht mehr über die Beckhams dieser
Welt spotten. Aber einen Gedanken ans Versagen zu verschwenden kam mir
auch nicht in den Sinn, es wäre wohl der erste Schritt in diese
Richtung gewesen. Ich dachte also nur daran, wo ich diesen Ball
hinschießen werde: links oben. Diesen Tipp hatte Uwe Lamp, einer
unserer ehemaligen Erzfeinde, gegeben. Sollte Nina Ruge Recht behalten
und „alles wird gut“? Nun, ich finde es schon bemerkenswert, dass nach
all den Jahren einige von Zapzarap uns das nun endlich auch mal
gönnten. Ich lief sofort an, weil ich vergaß, auf den Pfiff zu warten. Mein Anlauf wurde gestoppt und ich musste einen zweiten Versuch
starten. Manche sagten später, dass sie spätestens jetzt nicht mehr hinsehen konnten. Immer noch diese Leere, nichts außer
links oben und Außenrist, die einzige Schusstechnik, die ich einigermaßen beherrsche. Da sie eher selten ist, wird mir das vielleicht
ein Vorteil gewesen sein. Der Torwart hatte keine Chance und mein Schuss sah anscheinend merkwürdig aus. Nun, man muss das Bein bei einem
kraftvollen Außenriststoß ganz schön verdrehen. Manche meinten es war arrogant – aber hey, sorry, ich kann halt nicht anders ...
Diese Geschichte wäre aber wertlos, wenn sie nicht erhoben werden würde durch die Tat des Torwächters, die nun folgen sollte:
Ramon hatte sich während dieses Turniers in absolut bestechender Form
präsentiert, allein seine Präsenz im Strafraum und seine Brüller waren
immer wieder spielentscheidend. Er wusste, dass er dies alles jetzt,
in diesem Augenblick, würde krönen können durch eine
wirkliche Heldentat. Andere Schüsse mögen viel schwieriger zu parieren sein, rein technisch gesehen. Dieser eine im Gegensatz zu allen
vorigen allerdings, der war natürlich etwas ganz Besonderes, weil wir nun 1:0 vorne lagen und danach alles zu unseren Gunsten entschieden
wäre. Ein kleiner Moment sollte uns noch davon trennen. Dann begruben wir Ramon unter wildem Jubel. Dass wir danach noch nächtelang
in Cabrios durch Grunbach gefahren sind, versteht sich von selbst.
Was ich meine ist: es ging wohl allen, die diesen Sieg mieterlebt
haben, richtig gut, historisch gut! Auch noch später, bei ihren
Gedanken daran. Man musste nur das Strahlen in den Augen derer gesehen haben, die es miterlebt hatten. Auch noch wenn wir uns Wochen später
begegnet sind.
Leute, ihr wisst ja: Weltmeister bleibst du dein ganzes Leben lang, das kann uns jetzt niemand mehr nehmen!
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